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Riesending

 
Tiefste Höhle Deutschlands auf dem Untersberg
Nach mehrern Jahren intensiver Forschung löst die am Untersberg gelegene Schachthöhle „Riesending" den Geburtstagsschacht am Hohen Göll (1336/72, Tiefe: -698 m) als tiefste deutsche Höhle ab.
In über dreißig Mehrtagestouren gelang es einer jungen Forschergruppe aus Mitgliedern und Freunden der ARGE Bad Cannstatt, bis in eine Tiefe von derzeit -990 m vorzudringen. Die vermessene Gesamtlänge beträgt aktuell 8.167 m.
 
Panorama Untersberg (1,6MB)
Kurze Höhlenbeschreibung
In einer ersten Schachtfolge bricht die Höhle bis auf eine Tiefe von -350 m nahezu senkrecht ab. Hier wird in einer Höhenlage von ca. 1.400 ü. NN ein erstes Horizontalniveau erreicht, dessen Canyon-Passagen ganzjährig von einem Bach durchflossen werden. Bachauf wurde eine 30 m hohe Wasserfallstufe in technischer Kletterei überwunden. Der sich anschließende, nasse und meist enge Canyon, konnte noch über mehrere hundert Meter bis hin zu einem hohen, gischterfüllten Schlot dokumentiert werden. Unterbrochen von kleineren Schachtstufen setzt sich der Canyon bachab meist ungemütlich eng fort, bis er in 450m Tiefe erneut in eine große Schachtzone übergeht. Hier trifft der Forscher wieder auf den dank zahlreicher Zubringergerinne mittlerweile stattlich angewachsenen Höhlenbach. Dieser begleitet ihn fortan auf dem nassen und luftigen Weg in die Tiefe. Erst 700m unter Eingang gewährt ein zweites Horizontalniveau für wenige Meter festen Boden unter den Füssen, bevor weitere Schacht- und Horizontalserien bis zum Endpunkt in 990 m Tiefe führen.
Der Erfolg ist das Ergebnis einer über 25 Jahre andauernden, kontinuierlichen Forschungstätigkeit der ARGE Bad Cannstatt auf dem Untersberg. Der Eingangsschacht wurde im Rahmen einer Plateau-Vermessung bereits im Jahr 1995 entdeckt, blieb jedoch im Schatten anderer Projekte bis 2002 nahezu unbeachtet.
Schacht
Pause
Ausblick
Die Forschungsaktivitäten in der mit zunehmender Tiefe komplexer werdenden Höhle versprechen auch für die kommende Untersberg-Saison einigen Neulandgewinn. Dabei soll vor allem die systematische Bearbeitung der Höhle unter den Aspekten der Speleogenese und der Morphologie vorangetrieben werden. Aussagekräftige Informationen zum Höhlenklima werden bereits seit dem Frühsommer 2005 mittels Datenlogger erhoben und mit den Daten der Wetterstation am Salzburger Hochthron korreliert. Um ein möglichst detailliertes Bild von den Höhlen am Untersberg zu erhalten, werden alle höhlenrelevanten Daten in ein digitales Geländemodell eingepflegt und in einer html-gestützten Datenbank zusammengefasst.
Kontakt Forschungsteam Arge Bad Cannstatt
 

 

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