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Glossar wichtiger Begriffe der Höhlenforschung und der Geographie:
(in Bearbeitung)
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A
 
Abholzung: flächenhaftes Fällen von Bäumen
 
Ablagerung(en): Sedimente die durch Absetzen von Verwitterungsmaterial oder organischen Bestandteilen entstanden sind. Weiter können diese durch durch Ausfällung übersättigter Lösungen oder als Eindampfungsrückstände entstehen.
 
Abrasion: (lat. abrasio - abkratzen) Abtrag von Material durch Abschleifen. (vgl. Erosion)
 
Abri  (frz.): Felsüberhang, Felsenschutzdach; da Höhlen meist zu feucht und zu kalt waren um als Dauerwohnstätten zu dienen, lebten die Menschen der vorgeschichtlichen Zeit in Zelten aus Tierhäuten, die sie auch unter solche schützende Felsüberhänge stellten.
 
Abrißnische: Kleiner oder größere Hohlraum an steilen Hängen, der durch herausbrechendes Gestein entstanden ist.
 
Absenkungstrichter: Einbuchtung der Erdoberfläche durch die Entnahme von Grundwasser.
 
absolute Luftfeuchtigkeit: Wasserdampfgehalt der Luft (in g/m3)
 
Abtragung: Zerstörung des Georeliefs durch Wind, fließendes Wasser, Meeresbrandung und Eis. Bei allen Prozessen ist die Schwerkraft beteiligt.
 
Alpiner Karst: -> Hochgebirgskarst
 
anaërob: nicht auf Sauerstoff angewiesen / nicht sauerstofführend
 
Anhydrit (CaSO4): Gesteinsbildendes Mineral, das bei Wasseraufnahme in Gips übergeht
 
anthropogen: durch menschliches Handeln geschaffen oder beeinflußt
 
äolisch: vom Wind geschaffen
 
aper: schneefrei
 
Auslaugung: Austrag von leicht löslichen Substanzen durch Sickerwasser aus dem Gesteinsverband
 
Auswaschung: Herauslösen und Abtransport von Stoffen im Boden mit dem versickernden Wasser
 

B
 
Backofen(-höhle): Sackartige Höhle, die nach oben führt und so warme Luft speichert. (vgl. Eiskeller)
 
Balme: rundliche Wandnische die durch Auswitterung einer morphologisch wenig widerstandsfähigen Schicht untere einer härteren Schicht entstanden ist.
 
Bank, Bankung: eine von Nachbarschichten durch Fugen abgegrenzte Gesteinsschicht
 
Baumgrenze: Grenzsaum, ab dem auch für einzelne Bäume die Existenzgrundlagen längerfristig nicht geben sind.
 
bedeckter Karst: das verkarstete Gestein ist von den eigenen Verwitterungsmaterialien überdeckt. Es entstehen Böden, die eine mehr oder weniger dichte Vegetation zulassen (vgl. nackter Karst)
 
Befahrung: In Anlehnung an die Bergmannsprache wird eine Höhle befahren, egal ob man sich nun aufrecht gehend oder schliefend fortbewegt.
 
biogene Verwitterung: Verwitterung die von Lebewesen oder Pflanzen ausgeht.
 
Blindtal: Tal im Karst das ohne Fortsetzung (blind) endet.
 
Block: Gesteins- bzw. Felsenstücke von über 200 mm Durchmesser.
 
Blockbildung: Entstehung von Gesteins- bzw. Felsenstücken von über 200 mm Durchmesser durch Verwitterung's- und / oder Abtragungsprozesse.
 
Blockhalde: Ansammlung von Blöcken an Hängen mit hoher Verwitterungsintensität.
 
Blockkies: Abgerundete Gesteinstücke von 53 bis 200 mm Durchmesser
 
Bodenerosion: Abtrag des Bodens durch Wasser und Wind
 
Bodenfließen: Bodenbewegungen an geneigten Hängen
 
Brandung: Anschlagende Wasserbewegung an der Küste
 
Brandungshöhle: Höhlenform an der Küste
 
Brandungshohlkehle: Hohlform am Fuß eines Kliffs (Küste) zwischen Mittel- und Hochwasserzone
 
Brandungskarren: Lösungsform an Küsten unter Einwirkung von Salzwasser (vgl. Pseudokarst)
 
Brandungstor: Bogenförmige Öffnung an Küsten die durch Brandung entstanden ist
 

C
 

D
 
Doline: (slow.: Tal, Trichter) Einsenkung oder Einbrüche in Karstgebieten [siehe: Karstformen Exokarst]
 
Dolomit: (1. Mineral) Ist ein zur Gruppe der Karbonate gehöriges weissgraues bis hellbraunes Mineral CaMg(CO3)2.
(2. Gestein): Karbonatgestein mit Mindestbestandteil von 90% Dolomit (Mineral).
 

E
 
Eishöhle: Höhle, in der sich Eis bildet, das auch im Sommer nicht vollständig abschmilzt.(siehe: Bildergalerie Untersberg: Schellenberger Eishöhle)
 
Eiskeller(-höhle): Sackartige Höhle die nach unten führt und so Kaltluft speichert. (vgl. Backofen)
 
Erosion: (lat.: erodere - ausnagen, abnagen) Im geomorphologischen Sinne: Abtrag von verwittertem Gesteinsmaterial.
 
Excentriques: Tropfsteine die nicht nach den Gesetzen der Schwerkraft wachsen. Oft verdreht, aufwärts oder hakenförmig. Die genaue Entstehung ist noch nicht hinreichend geklärt. [siehe: Speläomorphologie]
 

F
 
fluvial: durch fließendes Wasser entstanden
 
Fluviokarst (Halbkarst): Der Fluviokarst ist durch weiche Formen geprägt die durch fließendes Wasser entstanden sind. Es fehlen die schroffe Korrosionsformen des Vollkarstes.
 

G
 
Gips: Kalziumsulfat (CaSO4•2H2O)
 

H
 
Hochgebirgskarst: Karsterscheinungen oberhalb der Baumgrenze, die hauptsächlich durch unbewachsene Karren(felder) gekennzeichnet sind.
 
Höhlenlehm: Ablagerungen von tonigem und erdigem Material das von der Oberfläche eingeschwemmt wurde, bzw. bei der Auflösung des Gesteines übrig geblieben ist.
 
Hungerbrunnen: Karstquelle, die nur in niederschlagsreichen Jahren Wasser führt - nasse Jahre waren früher Hungerjahre, da die Getreideernte schlecht war. [siehe Karstformen: Endokarst]
 

I
 

J
 

K
 
Karbonatgestein: Kalzit CaCO3, Dolomit CaMg(CO3)2 [Doppelsalz CaCO3•MgCO3
 
Karren: Karren sind die Kleinform der Korrosion und können eine Größe von einigen Millimetern bis zu wenigen Metern aufweisen. Das Wort "kar" steht im althochdeutsch für Gefäß. [siehe: Karstformen Exokarst]
 
Karst: (slow. kras, kroat. krš, ital. Carso):
(1.) Landschaft im Gebiet Solwenien, Kroatien, Triest bis zu den Dinarischen Alpen.
(2.) Landschaftsform, die durch Erosionsvorgänge an leicht löslichen Gesteinen (Kalk, Gips, Salz) gebildet wurde. [siehe: Verkarstung]
 
Karstquelle: Meist relativ große Quelltöpfe oder mehrere Quellen an Quellhorizonten. Es sind die Austrittstellen unterirdischer Karstgerinne bzw. Höhlen. Karstquellen weisen über den Jahresverlauf große Schwankungen bei Temperatur und Schüttung auf. [vgl. Karstformen: Endokarst]
 
Kohlensäureverwitterung: Kalk und Dolomit können durch reines Wasser nicht gelöst werden. Jedoch durch kohlensäurehaltiges Wasser, das durch die Verbindung von Wasser und Kohlendioxid entstanden ist. [siehe: Speläomorphologie]
 

L
 

M
 

N
 
nackter Karst: verkarstetes Gestein ohne Bodenbedeckung und somit fast ohne Vegetation - der Bodenabtrag ist meist nachträglich anthropogen verursacht.(vgl. bedeckter Karst)
 

O
 

P
 
Polje / Polja (mehrz.): (kroat.: Feld) Große flache wannenförmige Senken in Karstgebieten. [siehe Karstformen: Exokarst]
 
Primärhöhlen: Höhlen die mit dem umgebenden Gestein entstanden sind. Z. B. Lavahöhlen, Kalktuffhöhlen. [siehe Speläomorphologie] (vgl. Sekundärhöhlen)
 
Pseudokarst: Formen die den Lösungsformen des Karstes ähnlich sehen, aber nicht nur durch Lösungsprozesse entstanden sind.
 

Q
 

R
 

S
 
Sekundärhöhlen: Höhlen die nachträglich im umgebenden Gestein entstanden sind. Alle Karsthöhlen, aber auch Brandungshöhlen, Windhöhlen und Höhlenformen im Pseudokarst. [siehe Speläomorphologie] (vgl. Primärhöhlen)
 
Stalagnat: Tropfsteinsäule (vgl. Stalagmit, Stalaktit) [siehe Speläomorphologie]
 
Stalagmit: Bodentropfstein (vgl. Stalagnat, Stalaktit) [siehe Speläomorphologie]
 
Stalaktit: Deckentropfstein (vgl. Stalagnat, Stalagmit) [siehe Speläomorphologie]
 

T
 
Trockentäler: Sind durch die Erosion des Wassers geschaffene Täler, die entweder kein oder nur noch zeitweise Wasser führen.
 

U
 
Uranin: (Fluorescein-di-Natriumsalz: Na2C20H10O5) Uranin wird als Farbstoff (Tracer) zum Verfolgen von Grundwasserströmen, unterirdischen Gerinnen und Flußläufen verwendet. Es ist noch in sehr hoher Verdünnung nachweisbar.
 
Uvalas: Große, unregelmäßige, zusammenhängende Karstwannen. Sie entstehen durch zusammenwachsen mehrerer benachbarter Dolinen.
 

V
 
Vrulje: (kroat.) Untermeerische Karstquelle die meist salzhaltiges Brackwasser führt.
 
Vollkarst: Karstlandschaft die durch schroffe Korrosionformen wie Karren, Dolinen, Polja ...geprägt ist. (vgl. Fluviokarst)
 

W
 
Windhöhle: Ersionshöhle die durch sandbeladenen Wind aus dem Gestein herauspräpariert wurde.
 

X
 

Y
 

Z
 

Zeichen / Symbole
 
© 2006 Arbeitsgemeinschaft für Höhlenforschung Bad Cannstatt e.V.
 
 

 

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