Die Durchlässigkeit des Kalkgesteins wird von der Porosität
sowie von
der Lage und Anzahl der Schichtfugen und Klüfte bestimmt. Die
verschiedenen Wässer vermischen sich und sammeln sich in der
phreatischen Zone oder sie fließen auf wasserunduchlässigen
Schichten Karstquellen zu. Die phreatische Zone ist eine dauerhaft
von Wasser erfüllte Grundwasserzone, die man sich wie einen großen
unterirdischen Schwamm vorstellen kann.
Seichter und tiefer Karst
Seichter Karst
Beim seichten Karst werden Wässer direkt auf wasserundurchlässigen
Schichten zu Karstquellen abgeführt. Meist besteht der Karstwasserkörper
jedoch aus einer Mischform von tiefem und seichtem Karst. Dort sammelt
sich das Wasser in der phreatischen Zone, und nur das "überlaufende"
Wasser wird zum Vorfluter abgeführt.
Mischform aus tiefem und seichtem Karst
Karstquellen
Hungerbrunnen
Hungerbrunnen sind Quellen, die nur in besonders niederschlagsreichen
Jahren Wasser führen. Der Vorfluter kann das viele Wasser nicht
mehr so schnell abführen und staut den Karstwasserspiegel an.
Das Wasser sucht sich nun den Weg durch Bereiche, die eigentlich schon
längst trocken liegen. Der Name Hungerbrunnen erklärt sich
dadurch, daß in solchen Jahren durch den vielen Regen keine
Ernte eingebracht werden konnte und die Leute Hunger leiden mußten.
Quelltöpfe
Es handelt sich hierbei um Quellen mit starker Wasserführung.
Die Quellhöhlen wurden zumeist während der letzten Eiszeit
"zugeschottert" und konnten sich nur aufgrund der starken
Wasserführung wieder einen Weg ans Tageslicht bahnen. Als Beispiele
sind hier der Aachtopf und der Blautopf zu nennen. Der Aachtopf ist
die größte Karstquelle Deutschlands.
Der
Achtopf am 12.11.2002.
Die Tage zuvor hatte es stark geregnet.
Am 4.11.1985 entdeckte der Höhlentaucher Jochen Hasenmayer
nach 1250 m in der Blautopfquellhöhle eine lufterfüllte
Halle, die er "Mörike-Dom" nannte. Der "Mörike-Dom"
ist einer der größten Hohlräume der Schwäbischen
Alb. Die Wasserschüttung des Blautopfes reicht von 310 l/s bis
32000 l/s ! Der Name Blautopf kommt durch die blaugrüne Färbung
des Quelltrichters. Dies ist ein rein physikalisches Phänomen,
da ab einer bestimmten Wassertiefe alle Farben bis auf die Blau- und
Grüntöne "ausgefiltert" werden. Ansonsten hat
der Blautopf, besonders bei Hochwasser eher eine braune Farbe, die
durch mitgeführte Schwebeteilchen verursacht wird.