| Archäologen erforschen die Menschheitsgeschichte, während
die Paläontologen sich mit den Überresten der urzeitlichen
Lebenswelt befassen, hierzu zählen Fossilien wie auch Skelettreste,
wie sie in manchen Höhlen haufenweise zu finden sind. Die Archäologen
interessieren sich hauptsächlich für die ehemalige Nutzung
der Höhlen und der hierbei verbliebenen Hinterlassenschaften. |
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| Wenn man heute von der Höhlennutzung spricht, so meint man
zumeist die Nutzung als Schauhöhle. In der Urzeit jedoch waren
die Höhlenvorplätze und Abris willkommene Unterschlüpfe
für die Jäger und Sammler. Auch noch bis in unser Jahrhundert
diente mancher Eingangsbereich als Unterkunft, vor allem in Kriegszeiten
oder während Epidemien. |
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Loiderhöhle auf dem Untersberg
(Landesverein für Höhlenkunde Salzburg)
Vor Errichtung des Zeppezauerhauses diente die Höhle als Unterstand
und Übernachtungsmöglichkeit. Zum Schutz wurden zusätzlich
Mauern eingezogen.
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| Weiter wurde in Höhlen Fledermausguano zur Düngung sowie
Bohnenerz zur Eisenverhüttung abgebaut. Diese Tätigkeiten
verschwanden jedoch mit der Erfindung des künstlichen Düngers
und dem Import von billigem Stahl aus anderen Regionen. |
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| Schon sehr früh wurden erste Funde von fossilen Knochen in
den Höhlen der Schwäbischen Alb gemacht. Diese Funde wurden
dem "ausgestorbenem Einhorn" zugeschrieben und als Wundermittel
für allerlei Krankheiten verkauft. Später erkannte man,
daß die Knochen nicht von einem Tier sondern von vielen verschiedenen
Tieren stammten. Früher wurde aufgrund der großen Anzahl
an Funden vermutet, die Überreste seien in die Höhle eingespült
worden (Sintflut der Bibel) oder die Tiere seine aufgrund von Epidemien
verendet. Macht man sich jedoch klar, daß bei einem Alter von
z.B. 100.000 Jahren in einer Höhle nur jedes zehnte Jahre ein
Tier verendet wäre, so würde dies schon zu einer Anzahl
von 10.000 Skeletten führen! Des weiteren können Skelettreste
von Beutetieren stammen, die von Raubtieren wie dem Höhlenbären
und dem Höhlenlöwen erbeutet wurden. Heute sind diese Funde
vor allem deshalb von Interesse, da mit ihnen fast die gesamte Tierwelt
des jüngeren Pleistozäns rekonstruiert werden kann. |
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Die bekannteste Fundstelle für Skelettreste dürfte wohl
die Bärenhöhle bei Erpfingen sein.
Hier wurde nicht nur eine unzählige Anzahl an Skeletten des Höhlenbären
und anderen Tieren entdeckt, sondern auch menschliche Überreste
und Gerätschaften, die bis in die Hallstattzeit vor über
1.500 Jahren zurückreichen. Der Höhlenbär war übrigens
nicht wie oft vermutet wird ein Vorfahre unseres heutigen Braunbären,
sondern ein Zeitgenosse und verbrachte nur einen geringen Teil seines
Lebens in Höhlen. Die Bärenhöhle wurde vermutlich nicht
bewohnt, sondern nur als Begräbnisstätte benutzt. Außerdem
diente die Höhle bis ins letzte Jahrhundert auch noch als Abdeckstelle,
so daß auch Überreste von Haustieren vorgefunden wurden.
Auch in vielen anderen Höhlen wurden zahlreiche Funde gemacht,
die teilweise absichtlich noch nicht ausgegraben wurden. So soll es
kommenden Generationen ermöglicht werden, mit vielleicht besseren
technischen Mitteln die Forschungsarbeiten weiterzuführen. |
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| Fallen die Begriffe Archäologie und Höhlen, denkt mancher
sicher sofort an die Höhlenmalereien in der Chauvet-Grotte in
Frankreich - jedoch gibt es auf der Schwäbischen Alb keine solchen,
bzw. es wurden sehr zum Leidwesen der Wissenschaftler nur Farbspuren
gefunden (Vogelherdhöhle). |
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| Pferde und Nashorn (Exposition Grotte Chauvet - F: Ardèche) |
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| Büffel (Exposition Grotte Chauvet - F: Ardèche) |
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| Nichts desto trotz sind die Höhlen der Schwäbischen
Alb ein Eldorado für die Archäologen.
Hier sind an erster Stelle das Geißklösterle bei Blaubeuren
und die Vogelherdhöhle im Lonetal zu nennen. Im Geißklösterle
wurde die weltweit älteste menschliche Darstellung gefunden
(ca. 30.000 bis 33.000 J.) und in der Vogelherdhöhle eine Wildpferdplastik
aus Elfenbein (ca. 30.000 J.).
Bei ausführlichen Grabungen wurden im Geißklösterle
folgende Schichten freigelegt : Mittelalter, Eisenzeit, Jungsteinzeit
(?), Mittelsteinzeit, Magdalénien, Gravettien, Aurignacien,
Moustérien (?). In der Eiszeit fanden sich vor allem Skellette
des Höhlenbären sowie des Wildpferdes. Im Gravettien erfolgte
die hauptsächliche Besiedlung der Höhle. Hier finden sich
neben einigen Schnitzereien viele Klingen und Steinwerkzeuge, die
neben einer Feuerstelle hergestellt wurden.
Die Vogelherdhöhle, wie auch die meisten anderen Höhlen
im Lonetal, sind reich an Funden. Die Vogelherdhöhle erlangte
Berühmtheit durch die Schnitzereien aus dem Aurignacien. Durch
die Funde in den Schichtfolgen der Höhlen im Lonetal konnten
vor allem die Klimaveränderungen der Eiszeit zur Nacheiszeit
erforscht werden. |
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