Riesending-Schachthöhle Untersberg

Tiefste Höhle Deutschlands auf dem Untersberg (Tiefe: -1056m, Länge: 9000m)


Neuer Forschungstand 2008

Am 21. Juli konnte ein Team der Arbeitsgemeinschaft für Höhlenforschung Bad Cannstatt im Riesending einen sehr engen Gangteil am bisherigen Höhlenende überwinden und bis in 1056m Tiefe vorstoßen. Insgesamt wurden während der fünftägigen Expedition fast 800m neuer Gänge entdeckt und vermessen. Besonders eindrucksvoll sind eine über 70m lange Halle und ein 30m langer See, der nur per Schlauchboot überquert werden kann. Starker Luftzug und zahlreiche Fortsetzungsmöglichkeiten lassen auf weitere Entdeckungen hoffen.

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Kurze Höhlenbeschreibung
In einer ersten Schachtfolge bricht die Höhle bis auf eine Tiefe von -350 m nahezu senkrecht ab. Hier wird in einer Höhenlage von ca. 1.400 ü. NN ein erstes Horizontalniveau erreicht, dessen Canyon-Passagen ganzjährig von einem Bach durchflossen werden. Bachauf wurde eine 30 m hohe Wasserfallstufe in technischer Kletterei überwunden. Der sich anschließende, nasse und meist enge Canyon, konnte noch über mehrere hundert Meter bis hin zu einem hohen, gischterfüllten Schlot dokumentiert werden. Unterbrochen von kleineren Schachtstufen setzt sich der Canyon bachab meist ungemütlich eng fort, bis er in 450m Tiefe erneut in eine große Schachtzone übergeht. Hier trifft der Forscher wieder auf den dank zahlreicher Zubringergerinne mittlerweile stattlich angewachsenen Höhlenbach. Dieser begleitet ihn fortan auf dem nassen und luftigen Weg in die Tiefe. Erst 700m unter Eingang gewährt ein zweites Horizontalniveau für wenige Meter festen Boden unter den Füssen, bevor weitere Schacht- und Horizontalserien in die Tiefe führen.
 
 
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Der Erfolg ist das Ergebnis einer über 25 Jahre andauernden, kontinuierlichen Forschungstätigkeit der ARGE Bad Cannstatt auf dem Untersberg. Der Eingangsschacht wurde im Rahmen einer Plateau-Vermessung bereits im Jahr 1995 entdeckt, blieb jedoch im Schatten anderer Projekte bis 2002 nahezu unbeachtet.
 
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Biwak
 
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Ausblick
Die Forschungsaktivitäten in der mit zunehmender Tiefe komplexer werdenden Höhle versprechen auch für die kommende Untersberg-Saison einigen Neulandgewinn. Dabei soll vor allem die systematische Bearbeitung der Höhle unter den Aspekten der Speleogenese und der Morphologie vorangetrieben werden. Aussagekräftige Informationen zum Höhlenklima werden bereits seit dem Frühsommer 2005 mittels Datenlogger erhoben und mit den Daten der Wetterstation am Salzburger Hochthron korreliert. Um ein möglichst detailliertes Bild von den Höhlen am Untersberg zu erhalten, werden alle höhlenrelevanten Daten in ein digitales Geländemodell eingepflegt und in einer html-gestützten Datenbank zusammengefasst.
 
Kontakt Forschungsteam Arge Bad Cannstatt