Karstformen: Exokarst (Oberflächenkarst)
Karren (Schratten)Karren sind die Kleinform der Korrosion und können eine Größe
von einigen Millimetern bis zu wenigen Metern aufweisen. Das Wort
"kar" steht im althochdeutsch für Gefäß. |
|
![]() |
|
| Durch Abbauvorgänge organischer Substanzen entstehendes biogenes CO2 und ablaufendes CO2-reiches Niederschlagswasser erzeugen Korossionsmulden (KM) und Rillenkarren (RK). | |
|
|
![]() |
|
Trittkarren (TK) entstehen durch rückschreitende Erosion der Ausgleichsflächen (A). Die Hufeisenform entsteht dadurch, das an dem Teil, welcher am weitesten in den Hang hineinragt, sich auch das meiste Wasser ansammelt und dadurch die Erosion hier schneller voranschreitet als an den Rändern. |
|
Bei Casteljau (Ardèche, Frankreich) |
|
Bei Casteljau (Ardèche, Frankreich) |
|
Bei einer Anhäufung von vielen Karren spricht man von sogenannten Karrenfeldern. Einzelne Karren oder gar ganze Karrenfelder sind auf der Schwäbischen Alb im oberirdischen Bereich kaum anzutreffen, und falls das der Fall ist, werden diese von der Vegetation verdeckt. Karren sind jedoch in den meisten unterirdischen Hohlräumen anzutreffen. Im Karst des Hochgebirges kann man die unterschiedlichsten Karrenformen vorfinden. Jeder, der schon einmal eine Hochgebirgswanderung unternommen hat, wird solche Formen bewußt oder auch unbewußt wahrgenommen haben. Ein schönes Beispiel für einen große Anzahl an solchen Oberflächenkarstformen bietet das Gottesackerplateau südwestlich von Oberstdorf im Allgäu und sowie unser Forschungsgebiet - der Untersberg bei Berchdesgaden. |
|
Karren bei Aiguez
(Ardèche, Frankreich) |
|
Kleine geschlossene Karsthohlformen (Dolinen)Die Bezeichnung kleine geschlossene Karsthohlformen kann irreführend sein, weisen Dolinen doch eine Größe von einigen Metern bis zu mehreren Kilometern im Durchmesser auf!Im Gegensatz zu Poljen, die Flächen von bis zu 700 km2 (Likapolje in Kroatien) einnehmen, sind diese jedoch Kleinformen. |
|
| Lösungsdolinen werden durch das Weglösen des Kalkes unter einer Bodendecke durch die Erweiterung von Fugen mit nachfolgender Setzung gebildet. | |
![]() |
Bei großen Fugen wird das Feinmaterial weggespült und es bildet sich eine Alluvialdoline |
|
Subsidenzdolinen (Senkungsdoline) entstehen durch langsame Senkung. |
![]() |
Einsturzdolinen (Erdfälle) entstehen durch einen schnellen, meist einmaligen Einsturz unterirdischer Hohlräume. |
![]() |
Bei Cenotes handelt es sich um Einsturzdolinen, die bis in die Karstwasserfläche hineinreichen. Die Wände sind durch das Nachbrechen von Gestein meist senkrecht. |
![]() |
Wie durch ein Fenster kann man den Höhlenfluß erkennen, der ein Karst-Window durchfließt. Es handelt es sich hierbei um eine große Trichterdoline. |
![]() |
|
Durch Einbrechen eines in geringer Tiefe liegenden
Hohlraums und durch Abtransport (Vgl. BÖGLI 1978)
|
|
Fluviokarstformen
|
|
![]() |
|
| Staudamm im Gnannental bei Steinheim zum Schutz vor Hochwasser, sogenannter Wedel | |
Wasserführende KarsttälerBei manchen Tälern ist die Verkarstung noch nicht so weit
fortgeschritten, dass das Wasser komplett unterirdisch abgeführt
wird. Ein Beispiel hierfür sind die Donauversickerungen bei
Immendingen und Friedingen. Das Wasser der Donau versickert und
tritt am Aachtopf wieder zu Tage, der zum Rhein entwässert!
Die Verkarstung ist inzwischen so weit fortgeschritten, daß
bis zu 300 Tagen im Jahr die Donau voll versickert. Seit 1972 wird
sogar zeitweise das Wasser bei Möhringen durch einen 2km langen
Tunnel an den Versickerungsstellen vorbeigeleitet, da Wasser für
die Vorflut der Kläranlagen fehlte. Eine vollkommene Abdichtung
der Versickerungsstellen kam aber auch nicht in Frage, da die Industrie
am Aachtopf genauso auf das Wasser angewiesen ist.
|
|
PoljenBei einer Polje handelt es sich um eine große
allseits geschlossene Karsthohlform mit meist |
|
![]() |
|






Bei Casteljau (Ardèche, Frankreich)
Bei Casteljau (Ardèche, Frankreich)
Karren bei Aiguez
(Ardèche, Frankreich)






