Höhlen als touristische Attraktionen

Die Höhlen der Schwäbischen Alb waren schon immer ein Anziehungspunkt für die ganze Bevölkerung. So gab und gibt es zahlreiche Feste in und an den Höhlen. Eines der ältesten ist das Nebelhöhlenfest, das alljährlich seit 1803 an Pfingsten stattfindet. Auch an der Bärenhöhle gibt es seit 1834 ein nach der Entdeckung eingeführtes Höhlenfest.
Noch heute sind diese und andere Feste bei der Bevölkerung sehr beliebt.

 
Auch für den "normalen" Sonntagsausflug werden als Ziel immmer wieder gerne Höhlen gewählt:
 
Kolbinger HöhleEintrittskarte
Eingang zur Kolbinger Höhle (D-78600 Kolbingen)
 
Gruppe in der Kolbinger Höhle - Plattform im Stefansdom
 
Lampenflora
Lampenflora in der Kolbinger Höhle
 

 

Von der Laichinger Tiefenhöhle sind Statistiken der Besucherzahlen über viele Jahre erfaßt. Bei der Auswertung wurde festgestellt, daß die Besucherzahlen nach der Öffnung der Höhle im Frühjahr ansteigen. In der Jahresmitte wird ein Höchststand erreicht, der bis September abfällt, um im Oktober noch einmal leicht zuzunehmen. Die Zunahme im Oktober läßt sich mit dem Besuch von Vereins- und Betriebsausflügen sowie Wandergruppen erklären.
Während es 1946 "nur" 1.150 Besucher waren, hat sich die Zahl der Besucher in den letzen Jahren bei ca. 37.000 eingependelt. Ein Grund für diese hohen Besucherzahlen ist, daß die Schwäbische Alb sehr gut aus dem Ballungsraum Mittlerer Neckar zu erreichen ist. Die Region Sonnenbühl mit Bärenhöhle und Nebelhöhle hat sich ganz auf diese "Ausflügler" eingestellt. So wurde die Bärenhöhle sogar teilweise behindertengerecht ausgebaut und über der Höhle ein Freizeit- und Erlebnispark errichtet. Hier muß an schönen Wochenenden mit Besucherzahlen von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend gerechnet werden.

 
 

 

Auch Höhlen, die nicht ausgebaut sind, werden rege besucht. So unterhält die Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten an den Sommerwochenenden an der Falkensteiner Höhle eigens einen Informationsstand, um die vielen Besucher zu informieren.
 
Falki

 

Die Falkensteiner Höhle ist eine aktive Wasserhöhle. Die vermessene Länge beträgt 3.987m, die Gänge erstecken sich jedoch noch weiter in den Berg. Die Falki ist eine „Wilde“ Höhle, d.h. keine Schauhöhle.Eine Befahrung ohne ausreichende Kenntnisse und Ausrüstung ist gefährlich! Schon mehrmals kam es zum Einschluss von Höhlengehern bei Hochwasser.
Video Wasserlauf aus der Höhle (AVI 5MB)
 

 
Aufgrund des großen Ansturms mußten in den letzen Jahren viele Höhlen zum Schutz ganz verschlossen werde. Andere werden nur über die Wintermonate verschlossen, um Fledermäusen und anderen Tieren eine ungestörte Winterruhe zu bieten.
Gnirshöhle
Gnirshöhle im Brudertal (D - 78234 Engen)
Text auf der Tafel an der Höhle:
"Sie befinden sich an einem Naturdenkmal von besonderer Eigenart und Schönheit.
Neben den geologischen Besonderheiten entdeckte man in der Höhle urgeschichtliche Reste:
Vor 15.000 Jahren lebten Menschen der Eiszeit tief in ihrem Inneren.
Geschützt ist die Karsthöhle daher als wichtiger Bestandteil unseres erd- und kulturgeschichtlichen Erbes.
Sie ist Demonstrations- und Forschungsobjekt, zudem dient sie heute Fledermäusen als Balzplatz im Herbst und zum Überwintern."
 

 
Todtsburger

 

Nach einem Unfall im Juli 2001 war der Todsburger Schacht durch die Gemeinde Mühlhausen ganz verschlossen.
Zwei Väter waren mit drei Kindern an noch eingehängten Seilen mit bloßen Händen in den Schacht hinabgestiegen - völlig unzureichend ausgerüstet: Fahrradhelm, Taschenlampe, Turnschuhe und dünne Bekleidung.
Den Rückweg an den dünnen Seile konnte nur noch einer der beiden Männer bewältigen.
Nach fünf Stunden in der Höhle konnten die anderen - glücklicherweise nur leicht unterkühlt - von der Höhlenrettung wieder an das Tageslicht befördert werden.
 
Todtsburger Schild
 
Inzwischen muss eine Befahrung bei der Gemeindeverwaltung oder beim Gasthaus Eseleck (Mühlhausen im Tal.) unter Angabe der Personalien und einer Rettungszeit angemeldet werden - anschließend erhält man einen Schlüssel.